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Nach dem tragischen Bild von gestern, heute mal wieder etwas „leichtere Kost“. Eine weitere schöne Kinderbuchillustration von Bernhard Oberdieck.

Kinderbuchillustration von Bernhard Oberdieck

Kinderbuchillustration von Bernhard Oberdieck

Hier ist die Komposition wieder wunderbar. Elemente im Hintergrund (Teppich, Box) führen die Augen aufs Geschehen hinzu und haben eine schwächere Färbung – somit die Hauptelemente hervortreten. Optisches Zentrum, Maus und Bärenkopf sind nicht langweilig mittig, sondern etwas versetzt nach rechts platziert.
Was mir auch sehr gut gefällt: Der Spiegel-Rahmen dient als wirklicher Rahmen, der das Hauptgeschehen einklammert und ihm somit wieder mehr Wichtigkeit verleiht.
Auch die Stofflichkeit des Bären und der Couch wurde sehr schön herausgearbeitet.

Einziger Kritikpunkt könnte sein, dass die rechte Kante des Rahmens und die Couch-Lehne parallel verlaufen, und sich nur leicht berühren, wobei sie ein sehr kleines Stück der Wand dahinter zeigen. Schöner wäre es vielleicht gewesen, die beiden Elemente richtig überlagern zu lassen, oder die „Lücke“ dazwischen zu vergrößern. Das so entstehende Dreieck hätte das Lenken der Augen auf das optische Zentrum weiter verstärkt.

Ein wunderbares Bild, was meint ihr?

Schickt mir auch Eure Bilder!

Heute zeige ich eine Illustration eines sehr begnadeten Kinderbuchillustrators.
Bernhard Oberdieck aus Ramerberg in Oberbayern zeigt auf seiner Homepage und auf der Homepage Kinderbuchillustration viele sehr schöne Werke, allesamt mit viel Liebe zum Detail. Sehr gut gefällt mir übrigens auch seine Version des Voldemort.

Die Illustration, die ich mir für heute jedoch herausgesucht habe, zeigt eine kleine Zirkus-Szene.

Zirkuszelt von Bernhard Oberdieck

Zirkuszelt von Bernhard Oberdieck

Mir gefällt die Komposition sehr gut. Das Zirkuszelt ist optisches Zentrum des Bildes, da es das hellste Objekt ist, und sich sowohl durch Größe als auch Form von den übrigen Bildelementen abhebt.
Die Augen wandern zur Spitze des Zelts und werden von den Personen, die allesamt zur Öffnung des Zeltes schreiten, auch zum Eingang geführt. Die Kutsche und die Köpfe der Tiere sind überwiegend dem Zelt zugedreht. Das Auge wird somit und auch am gespannten Zaun unten rechts gebremst und läuft auch oben nicht aus dem Bild, da ein großes Haus die Sicht auf den Weg versperrt (ebenso die Tanne auf der linken Seite) so bleibt das Auge stets im Zirkus-Geschehen.

Zwei kleine Kritikpunkte, die mir in den Sinn kommt: Die Fenster und Schornsteine der Hinteren Häuser, hätten etwas weniger Kontrast / Intensität erhalten können, um sie deutlicher in den Hintergrund, und somit in die Ferne zu rücken. Das Pferd vor dem Karren unten ist in deutlicher Bewegung, sieht aber aus, als ob es im Stillstand verharrt. Man hätte die Beine des Pferdes vielleicht etwas undeutlicher und mit aufgewühltem Staub umgeben können, um den Eindruck der Bewegung zu verdeutlichen. Ob so etwas bei Kinderbuchillustration, die ja von jedem Detail leben, „erlaubt“ ist, weiß ich allerdings nicht.

Alles in allem ein wunderschönes Bild, oder?
Weitere, positive oder negative, aber stets konstruktive Kritik willkommen!